Hanna Schmidt-Bovendeert setzt Tradition fort

Junge Ärztin praktiziert mit Mutter

 09.10.2017

Es gibt zum Glück auch noch junge Ärzte, die aufs Land gehen. Dies beweist die Fachärztin für Allgemeinmedizin, Hanna Schmidt-Bovendeert (r.), die seit März dieses Jahres, zusammen mit ihrer Mutter, Dr. med. Amelie Schmidt-Bovendeert, Ärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren sowie Badeärztin (l.) eine Gemeinschafts-praxis in der Nassauischen Straße 8 in Bad Marienberg betreibt. Darüber freute sich für die Verbandsgemeinde und ihre Bürgerschaft auch Bürgermeister Jürgen Schmidt, der die beiden Ärztinnen zu dieser guten Lösung beglückwünschte, mit der die fachärztliche Versorgung vor Ort weiter gestärkt würde. Im Behandlungsraum mit einem modernen Ultraschallgerät sind in einer Vitrine auch historische ärztliche Instrumente und Fachliteratur der Vorgänger platziert. Foto: Röder-Moldenhauer

Mutter und Tochter Schmidt-Bovendeert arbeiten in der Gemeinschaftspraxis gut zusammen

Sehr zur Freude vieler Bürgerinnen und Bürger als auch der Verbandsgemeinde Bad Marienberg, die sich seit vielen Jahren schon um die Verbesserung der medizinischen Versorgung vor Ort bemüht, ist in der Badestadt eine weitere Fachärztin tätig, Hanna Schmidt-Bovendeert. In dem historischen ehemaligen Schulgebäude aus dem Jahr 1903 in der Nassauischen Straße 8 ist sie zusammen mit ihrer Mutter, Dr. Amelie Schmidt-Bovendeert, in einer geschmackvoll renovierten Gemeinschaftspraxis tätig. Beide Ärztinnen können auf eine lange und stolze Tradition zurückblicken, denn nicht nur Hannas Mutter, sondern auch ihr Großvater und Urgroßvater waren anerkannte und erfolgreiche Ärzte in ihrer Heimatstadt.

Karl Tholus, ein hervorragender Arzt

Der Urgroßvater von Hanna richtete bereits 1919 eine eigene Praxis in Marienberg ein. Er verfügte damals über die einzige Röntgenanlage im Umkreis. 1927 erfolgte nach von ihm erstellten Plänen der Um- bzw. Erweiterungsbau des ehemaligen Krankenhauses in der Nassauischen Straße. Sein Wirken in Marienberg brachte ihm den Ruf eines hervorragenden Chirurgen, Unfallarztes und Geburtshelfers ein. Er trug mit seiner Ehefrau Frieda, einer ausgebildeten Krankenschwester, entscheidend zum Ansehen des Krankenhauses bei. Ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger können sich noch erinnern, dass er seine Krankenbesuche anfangs hoch zu Roß auf einem Schimmel abstattete oder zu Fuß in seinem legendären Kleppermantel mit dem obligatorischen Krückstock. Mitte der 50er Jahre gab er aus Altersgründen sein Werk im Krankenhaus ab und praktizierte als praktischer Arzt weiter bis 1963.

Dr. Herbert Ebell, erster Badearzt in Marienberg

Hannas Großvater gründete seine Arztpraxis in den 50er Jahren in Kirburg und praktizierte seit 1960 in der Bismarckstraße und später im Hause seiner Schwiegereltern Tholus in der Bornstraße. Als Badearzt hat er sich sehr um den aufstrebenden Fremdenverkehr mit tausenden Kurgästen in der jungen Badestadt verdient gemacht. Der leidenschaftliche Briefmarkensammler knüpfte auch bereits vor der Wende feste Kontakte zu Philatelisten in Marienberg im Erzgebirge, der heutigen Partnerstadt der Verbandsgemeinde. In 1980 gründete er eine Praxisgemeinschaft mit seiner Tochter Amelie, die als Ärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren in 1983 als Badeärztin anerkannt wurde. Im Jahr 2001 verlegte sie ihre Praxisräume in das markante rote Backsteingebäude in der ehemaligen Schule in der Nassauischen Straße.

Hanna kehrt als Ärztin in ihre Heimat zurück

Nach dem Studium der Medizin an der Johannes-Gutenberg-Universität zu Mainz war die sympathische junge Frau lange Jahre in der Dr. Horst-Schmidt-Klinik in Wiesbaden tätig und absolvierte dort zunächst ihre Ausbildung zur Fachärztin für Neurologie und erhielt darüber hinaus die Zusatzbezeichnung einer Notfallmedizinerin. Im Anschluss daran arbeitete sie in der Praxis ihrer Mutter in Bad Marienberg bis zum Ablegen der Prüfung als Fachärztin für Allgemeinmedizin. Im März dieses Jahres erfolgte schließlich die Niederlassung und die Gründung der Gemeinschaftspraxis von Mutter und Tochter Schmidt-Bovendeert.

Breites medizinisches Spektrum im Praxisangebot

Dazu gehören u.a. die Behandlung chronischer Erkrankungen (z.B. Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Herz- und Lungenerkrankungen), Krebserkrankungen sowie die Behandlung von Wirbelsäulenbeschwerden. Die Mitbetreuung neurologischer Krankheitsbilder ist, wie auch die medikamentöse und symptomatische Therapie (z.B. mittels Neural- und physikalischer Therapie) chronischer Schmerzpatienten, teils auch die Therapie chronischer Wunden, einer der Praxisschwerpunkte. Zudem können die beiden Ärztinnen Ultraschalluntersuchungen der Bauchorgane und der hirnversorgenden Arterien vornehmen. Unterstützt werden sie dabei im Team von einer Wundmanagerin und nicht ärztlichen Praxisassistentin (NäPA), führen Hausbesuche durch und bilden auch regelmäßig medizinische Fachangestellte aus.

Die Sprechzeiten der Gemeinschaftspraxis Schmidt-Bovendeert:
Montag bis Freitag 9.00 – 11.00 Uhr,
Montag 16.30 – 18.00 Uhr und donnerstags 17.00 – 18.00 Uhr,
Telefon 02661/950372 oder 5865.


In den geschmackvoll modernisierten und eingerichteten Räumen beglückwünschte Bürgermeister Jürgen Schmidt das Praxisteam, v.r. Hanna und ihre Mutter Dr. Amelie Schmidt-Bovendeert. V.l. Auszubildende Anna Martin und die langjährige Fachangestellte Heike Seiler.

Verbandsgemeindeverwaltung Bad Marienberg