Bürgerinformation über die Onlinesitzung des Verbandsgemeinderats vom 15.12.2021


Wirtschaftspläne 2022 sehen erneut hohe Investitionen vor

Die Wirtschaftspläne 2022 der Verbandsgemeindewerke Bad Marienberg mit ihren Betriebszweigen Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung stehen auch im Jahr 2022 vor hohen notwendigen Investitionen, die sich über das gesamte Verbandsgemeindegebiet erstrecken. Der überwiegende Teil der Investitionen wird über Kreditmarktdarlehen finanziert, welche im Hinblick auf die anhaltende Niedrigzinsphase mit Laufzeiten von dreißig Jahren eine generationsgerechte Finanzierung darstellen, sind sich Bürgermeister und Werkleitung einig. Trotz steigender Kreditverpflichtungen bleibt die Zinsbelastung konstant und entwickelte sich die letzten Jahre sogar leicht rückläufig.

Keine Gebührenerhöhung bei den Eigenbetrieben Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung

Der Erfolgsplan der Wasserversorgung schließt mit einem geplanten Verlust von 216.850 € ab. Eine Gebührenerhöhung ist für 2022 nicht vorgesehen. Es wird mit Umsatzerlösen von 2,5 Mio. € gerechnet. Zusammen mit den weiteren Erträgen ergibt sich ein Gesamtertrag von 2,833 Mio. €.

Dem gegenüber stehen die laufenden Aufwendungen, die durch die Erträge finanziert werden. In der Summe belaufen sich diese auf 3,050 Mio. €. An erster Stelle stehen hier die Abschreibungen auf Sachanlagen (974 T€), die aufgrund der hohen Investitionstätigkeit fast ein Drittel der Aufwendungen ausmachen. Es folgen Personalaufwand (891 T€), Aufwendungen für Roh-, Hilfs- u. Betriebsstoffe (610 T€), Zinsaufwendungen (315 T€) sowie sonstige Aufwendungen (260 T€).

Wasserwerk investiert im Jahr 2022 2,975 Mio. €

Im Vermögensplan setzt sich der Kurs der vergangenen Jahre fort. Zur Sicherung der Wasserversorgung und zur Aufrechterhaltung des qualitativ hochwertigen Trinkwassers sind auch im Jahr 2022 umfassende Investitionen geplant. Neben der Sanierung der Hochbehälter Schorrberg (110 T€) und Unnau (450 T€) sind u.a. dreizehn Erneuerungsmaßnahmen im gesamten Verbandsgemeindegebiet (1,690 Mio. €), zwei Erschließungsmaßnahmen (200 T€) sowie drei neue Versorgungs-/Ringleitungen (195 T€) vorgesehen. Insgesamt belaufen sich die Investitionen auf 2,975 Mio. €. Zur Finanzierung der Investitionen sind Kreditmarktdarlehen in Höhe von 2,919 Mio. € veranschlagt. Bei gleichzeitiger Schuldentilgung von 712 T€ ergibt sich somit eine Nettoneuverschuldung von rd. 2,2 Mio. € bei der Wasserversorgung.

Erfolgsplan Abwasserbeseitigung schließt mit Jahresgewinn von 28.700 €

Der Erfolgsplan der Abwasserbeseitigung sieht für das Wirtschaftsjahr 2022 einen Gewinn von 28.700 € vor. Die Gebühren können zum Vorjahr konstant gehalten werden. Bei der Kalkulation ist man von Umsatzerlösen von 4.700.500 € ausgegangen. Die Summe der Erträge beläuft sich auf 6.067.300 €.

Auf der Aufwandsseite wirken sich die hohen Investitionen der letzten Jahre noch deutlicher auf die Abschreibung auf Sachanlagen aus als bei der Wasserversorgung. Mit 2,685 Mio. € stellen rd. 45% der Aufwendungen die Abschreibungen auf Sachanlagen dar, danach folgen die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (1,726 Mio. €), der Personalaufwand (805 T€), die Zinsaufwendungen (547 T€) sowie sonstige Aufwendungen (276 T€). Insgesamt belaufen sich die Aufwendungen auf 6.038.600 €.

Investitionen der Abwasserbeseitigung betragen 5,147 Mio. €

Im Bereich Abwasserbeseitigung sind 2022 erneut enorme Gesamtinvestitionen von rund 5,1 Mio. € geplant. Allein auf die Erneuerung des Kanalnetzes entfallen rd. 4,1 Mio. €, wovon 13 Erneuerungsmaßnahmen im Inlinerverfahren (344 T€) und 12 Erneuerungsmaßnahmen in offener Bauweise (3,8 Mio. €) vorgesehen sind, welche sich über das gesamte VG-Gebiet erstrecken. Daneben sind noch zwei Erschließungsmaßnahmen (535 T€) sowie die Erneuerung des Duschbereichs der Gruppenkläranlage Bad Marienberg (375 T€) geplant.

Für die Finanzierung der geplanten Millionen-Investitionen sind zusätzlich zu den Ertragszuschüssen der Anschlussnehmer und der jeweiligen Straßenbaulastträger Kreditaufnahmen auf dem allgemeinen Kreditmarkt in Höhe von 3,788 Mio. € veranschlagt. Die Schuldentilgung beläuft sich auf 1,782 Mio. €, sodass sich eine voraussichtliche Nettoneuverschuldung von rd. 2 Mio. € bei der Abwasserbeseitigung ergibt.

Im Fokus bleibt die Frage der Beitrags- und Gebührenbelastung im Verhältnis zum notwendigem Investitionsbedarf und dessen Finanzierung

Bürgermeister, Werkleitung als auch Gremien waren sich darüber einig, dass der Balanceakt zwischen einer vertretbaren Beitrags- und Gebührenbelastung für die Bürger*innen einerseits und dem notwendigen, zukunftsorientierten Sanierungs- und Investitionsbedarf andererseits im Fokus der kommenden Jahre bleibt. Dabei helfe die immer noch anhaltende Niedrigzinsphase, den hohen Kreditbedarf generationengerecht über eine Laufzeit von dreißig Jahren zum Festzinssatz zu finanzieren.

Bei der anschließenden Abstimmung schloss sich der Verbandsgemeinderat der Empfehlung des Werkausschusses vom 10.11.2021 an und verabschiedete die vorliegenden Wirtschaftspläne 2022 von Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung mit einer Gegenstimme.

Verbandsgemeindeverwaltung