Die Verbandsgemeinde Bad Marienberg setzt auch in Zukunft ihren bewährten Weg beim Brandschutz fort und wird in den kommenden Jahren mehrere Millionen Euro in das Feuerwehrwesen und somit in die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger investieren.
Der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Verbandsgemeinderat ermächtigten einstimmig Bürgermeister Marvin Kraus sowie die Wehrleitung, umfassende Beschaffungen in die Wege zu leiten und die Zuschläge an die wirtschaftlichsten Bieter zu erteilen.
„Wir rüsten uns in der Verbandsgemeinde Bad Marienberg für die Herausforderungen von Morgen: Ob Stromausfälle oder die Folgen durch den Klimawandel, wir packen den Brandschutz in der Verbandsgemeinde weiter an“, so der Bürgermeister. Dabei dankte er vor allem den Gremien, denn in der Verbandsgemeinde gehört es laut Kraus zum guten Ton, dass bei den Feuerwehren eine reine Sachpolitik betrieben wird. Auch ist der Bürgermeister davon überzeugt, dass diese Beschlüsse klare Zeichen der Wertschätzung und der Dankbarkeit gegenüber dem täglichen Ehrenamt der Einsatzkräfte bedeuten.
Notstromversorgung der Feuerwehrhäuser
Ein wesentlicher Posten wird die Notstromversorgung der Feuerwehrhäuser sein. Insgesamt haben die Gremien im Haushalt 340.000 Euro für Investitionen in dem Bereich bereitgestellt. Dafür sollen verbandgemeindesweit Notstromaggregate angeschafft und Einspeiseeinrichtungen an den Feuerwehrhäusern installiert werden. „Aufgrund der Ereignisse der letzten Jahre gewinnt dies immer mehr an Bedeutung. In Zeiten zunehmender Extremwetterlagen und Gefahren für die kritische Infrastruktur (KRITIS) gehört eine unabhängige Energieversorgung zum Kern der Einsatzbereitschaft“, so Wehrleiter Frank Schiffmann.
Bei einem flächendeckenden Stromausfall besetzen die Freiwilligen Feuerwehren nach rund 30 Minuten die Feuerwehrhäuser der betroffenen Gemeinden. In Ortschaften ohne eigenes Feuerwehrhaus bzw. ohne Feuerwehreinheit werden die vorgesehenen Notfalltreffpunkte durch Einheiten der Nachbarwehren angefahren. Diese Stellen dienen als zentrale Anlaufpunkte für die Bevölkerung, da bei einem Stromausfall weder Telefon noch Mobilfunk oder Internet zuverlässig funktionieren.
Über das weiterhin betriebsfähige Funksystem können die Einsatzkräfte Notrufe weiterleiten, Hilfe koordinieren und bei Bedarf sofort eingreifen.
Um diese wichtige Aufgabe jederzeit sicherstellen zu können und um auch die Einsatzbereitschaft der Feuerwehrwehren zu gewährleisten sollen alle Feuerwehrhäuser künftig mit leistungsfähigen Notstromaggregaten ausgestattet werden. So wird im Ernstfall eine verlässliche Stromversorgung gewährleistet und die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr dauerhaft sichergestellt.
Unabhängig davon haben bereits viele Ortsgemeinden die Initiative ergriffen und investieren – unterstützt durch das Förderprogramm des Westerwaldkreises – in sogenannte „Wärme-Inseln“. Diese dienen im Notfall als Treffpunkte mit gesicherter Energie- und Wärmeversorgung und bieten den Bürgerinnen und Bürgern einen geschützten Ort, an dem grundlegende Bedürfnisse gedeckt werden können.
Sieben neue Fahrzeuge für die Feuerwehren
Darüber hinaus wird die Verbandsgemeinde als Brandschutzträger weiter die Fahrzeugflotte bei den Einsatzfahrzeugen modernisieren. Insgesamt sieben neue Fahrzeuge soll die Verwaltung für die Ortswehren beschaffen.
Zu nennen sind hier vor allem drei Tragkraftspritzenfahrzeuge Wasser (TSF-W) für die Wehren in Dreisbach, Fehl-Ritzhausen und Kirburg. Somit wären in Zukunft alle Feuerwehren in der Verbandsgemeinde Bad Marienberg wasserführend. Des Weiteren werden ein Mehrzweckfahrzeug 2 (MZF-2) für die Feuerwehr in Neunkhausen, sowie zwei Mannschaftstransportfahrzeuge für die Wehren in Bad Marienberg und Unnau beschafft.
250.000 Euro für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung
Über das regionale Zukunftsprogramm des Landes wird die Verbandsgemeinde einen neuen Kommandowagen beschaffen. Das Fahrzeug übernimmt nicht nur klassische Führungsaufgaben, sondern wird zusätzlich als Erkundungsfahrzeug für die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung eingesetzt. Damit stärkt die Verbandsgemeinde ihre taktische Einsatzfähigkeit und reagiert auf die wachsenden Herausforderungen durch trockene Vegetationsphasen und zunehmende Waldbrandereignisse.
Bereits im vergangenen Jahr kam es innerhalb der Zuständigkeitsbereiche mehrfach zu Vegetations- und Waldbränden. Vor diesem Hintergrund nimmt die Verbandsgemeinde ihre Verantwortung ernst und investiert gezielt in moderne Waldbrandausrüstung. Neben erweiterter persönlicher Schutzausrüstung werden weitere Waldbrand‑Tragekörbe, mehrere faltbare Löschwasserbehälter, zwei weitere Rollcontainer für die Vegetationsbrandbekämpfung sowie zusätzliche Wärmebildkameras angeschafft. Diese Maßnahmen verbessern sowohl die Sicherheit der Einsatzkräfte als auch die Effektivität künftiger Einsätze.
Rekord-Aufwendungen bei den laufenden Unterhaltungen
Auch bei den laufenden Aufwendungen erreichen die bereitgestellten Mittel im Verbandsgemeindehaushalt ein neues Rekord-Niveau. Im Rahmen der Haushaltsberatungen 2026 wurde durch die Wehrleitung ein Bedarf an persönlicher Ausrüstung (Dienst- und Schutzkleidung), feuerwehrtechnischer Ausrüstung und Ersatzteilen, sowie weitere Atemschutz-Ausrüstung gemeldet. Folgende Positionen, die nicht in die Zuständigkeit des Bürgermeisters fallen, wurden im Haushaltsplan 2026 eingeplant und nun per Beschluss auf den Weg gebracht:
Dienst- und Schutzkleidung: | 121.000,00 € |
Feuerwehrtechnische Ausrüstung: | 40.000,00 € |
Beschaffungen im Bereich Atemschutz: | 42.000,00 € |
Ersatzbeschaffung Digitalfunkgeräte (HRT): | 175.000,00 € |
Beschaffung Ausrüstung Waldbrandbekämpfung: | 21.000,00 € |
Verbandsgemeindeverwaltung
