Mit dem Ende des Schuljahres ging auch eine prägende Ära für das Schulzentrum der Verbandsgemeinde Bad Marienberg zu Ende. Im Rahmen einer Feierstunde wurde der langjährige Schulleiter der Marie-Curie-Realschule plus, Thomas Eppendorf, vor rund 150 geladenen Gästen offiziell in den Ruhestand verabschiedet.
Wegbegleiter, Vertreter aus Politik und Verwaltung, das Kollegium sowie zahlreiche Gäste würdigten dabei sein mehr als zwei Jahrzehnte währendes Wirken für den Bildungsstandort im hohen Westerwald.
Thomas Eppendorf stand der heutigen Marie-Curie-Realschule plus nahezu 20 Jahre vor. Am 1. Februar 2006 wurde er zum Rektor der damaligen Realschule am Erlenweg ernannt. Bereits zuvor war er der Schule eng verbunden: Ende der 1990er-Jahre begann er dort seine Tätigkeit als Lehrer, wurde später Konrektor und wechselte anschließend für rund ein Jahr als Schulleiter an die damalige DOS in Betzdorf, bevor er nach Bad Marienberg zurückkehrte.
In seinem Grußwort würdigte Bürgermeister Marvin Kraus die außergewöhnlichen Verdienste des scheidenden Schulleiters. „Thomas Eppendorf hat das Schulzentrum in Bad Marienberg und mehrere Generationen von Schülerinnen und Schülern nachhaltig wie erfolgreich geprägt. Sein Wirken war ein echter Segen für die Verbandsgemeinde Bad Marienberg“, betonte Kraus.
Der Bürgermeister erinnerte sich dabei auch an seine eigene Schulzeit. Als damaliger Fünftklässler habe er den Wechsel an der Schulleitung unmittelbar miterlebt. Nach dem unerwarteten Tod des damaligen Schulleiters Hanstheo Am Zehnhoff habe zunächst eine Zeit der Trauer und der Vakanz geherrscht. Mit dem Amtsantritt von Thomas Eppendorf sei jedoch schnell neuer Schwung in das Schulzentrum eingekehrt. „Man hat als Schüler den frischen Wind, die Dynamik und den Gestaltungswillen von Thomas Eppendorf sofort gespürt“, so Kraus.
In die Amtszeit des Schulleiters fielen zahlreiche richtungsweisende Entwicklungen. Bereits 2007 erhielt die Schule den Namen Marie-Curie-Realschule – ein Name, der nach Auffassung des Schulträgers bis heute für Neugier, Forschergeist und Werteorientierung steht. Parallel dazu investierte die Verbandsgemeinde Bad Marienberg als Schulträger in den vergangenen Jahren kontinuierlich in die Modernisierung des Schulzentrums. Fassaden und Dächer wurden saniert, Klassenräume und Sanitäranlagen umfassend erneuert, Brandschutzmaßnahmen umgesetzt, Werkräume und Lehrküchen modernisiert sowie der weitläufige Schulkomplex digital vernetzt. Darüber hinaus wurden wichtige Grundlagen für den Makerspace TalentWerk und die Neugestaltung des Schulhofes gelegt.
Eine besondere Herausforderung in der Amtszeit von Thomas Eppendorf stellte die landesweite Einführung der Realschule plus dar. Mit der Zusammenlegung der Marie-Curie-Realschule und der Wilhelm-von-Nassau-Hauptschule sei Thomas Eppendorf nicht nur als Mannschaftsspieler, sondern vor allem als verantwortungsvoller Kapitän vorangegangen, betonte Bürgermeister Kraus. „Das war damals ein echter Kraftakt. Es brauchte Führungsstärke, Überzeugungskraft und ein klares Ziel, um Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie das Kollegium auf diesem Weg mitzunehmen und aus zwei Schulen eine starke Gemeinschaft zu formen.“
Die zahlreichen Wegbegleiter und insbesondere das Kollegium machten während der Feierstunde deutlich, dass Thomas Eppendorf die Schule weit über seine eigentliche Aufgabe als Schulleiter hinaus geprägt habe. Sein Einsatz für die Weiterentwicklung des Schulstandortes, seine Nähe zu den Schülerinnen und Schülern und vor allem das herzliche Miteinander unter den Kolleginnen und Kollegen stand dabei im Vordergrund.
In seiner Abschiedsrede ging Thomas Eppendorf vor allem auf seine glückliche und behütete Kindheit ein, welche auch stets seine Inspiration und sein Antrieb war, um als Lehrer und Schulleiter Verantwortung zu übernehmen. „Kindern und Jugendlichen einen sicheren Hafen und Anker zu bieten, ist das größte Geschenk für mich“, schloss Thomas Eppendorf seine erfolgreiche 20-jährige Amtszeit.
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