Verbandsgemeinde Bad Marienberg investiert mehr als 240.000 Euro in Waldbrandausstattung


Trockene Wälder, ausgedörrte Böden und eine über Wochen erhöhte Brandgefahr: Der Sommer hat einmal mehr gezeigt, wie schnell Wald- und Vegetationsbrände zu einer besonderen Herausforderung für die Feuerwehren werden können. Die Verbandsgemeinde Bad Marienberg reagiert darauf und investiert mehr als 240.000 Euro zusätzlich in eine moderne Ausstattung zur Waldbrandbekämpfung. Ein erster großer Teil der neuen Ausrüstung wurde nun in Norken an die 14 Freiwilligen Feuerwehren der Verbandsgemeinde übergeben.

Dass die Feuerwehren in der Verbandsgemeinde selbst in diesem Jahr von einem größeren Wald- oder Vegetationsbrand verschont geblieben sind, sei auch ein Stück weit Glück gewesen, erklärte Wehrleiter Frank Schiffmann. Wie real die Gefahr ist, zeigten jedoch die Waldbrände in der Eifel, im Landkreis Mayen-Koblenz sowie in der benachbarten Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain. Auch Einsatzkräfte aus der Verbandsgemeinde Bad Marienberg unterstützten dort bei den teils aufwendigen Löscharbeiten.

Für die Verantwortlichen ist deshalb klar: Auf solche Einsatzlagen muss man vorbereitet sein, bevor sie vor der eigenen Haustür eintreten.

Weichen bereits im vergangenen Jahr gestellt

Die politischen Gremien der Verbandsgemeinde hatten bereits im vergangenen Jahr unter dem damaligen Bürgermeister Andreas Heidrich beschlossen, die Ausstattung der Feuerwehren für Wald- und Vegetationsbrände erheblich auszubauen. Ermöglicht wurde die Investition insbesondere durch Mittel aus dem RZN-Förderprogramm des Landes Rheinland-Pfalz.

Nun konnten Bürgermeister Marvin Kraus, Wehrleiter Frank Schiffmann und dessen Stellvertreter Tobias Schüler die erste Lieferung aus der umfangreichen Beschaffung an die Feuerwehren übergeben.

Mit der neuen Ausrüstung sollen die Einsatzkräfte Wald- und Vegetationsbrände künftig noch effektiver bekämpfen können. Gleichzeitig ergänzt sie die bereits vorhandene Technik und verbessert die Einsatzmöglichkeiten sowohl innerhalb der Verbandsgemeinde als auch bei überörtlichen Hilfeleistungen.

Ausstattung für alle 14 Feuerwehren

Ein besonderes Augenmerk legte die Wehrleitung darauf, die neue Ausstattung möglichst gleichmäßig über das gesamte Gebiet der Verbandsgemeinde zu verteilen. Dahinter steckt ein klares Konzept: Im Ernstfall soll nicht nur eine einzelne Einheit über Spezialausrüstung verfügen. Stattdessen kann jede der 14 Feuerwehren entsprechende Komponenten mit in einen Einsatz bringen.

Im ersten Schritt wurden unter anderem neun Waldbrandtragekörbe und zwölf zusätzliche Wärmebildkameras beschafft. Damit verfügt künftig jede der 14 Feuerwehren über mindestens einen Waldbrandtragekorb und eine Wärmebildkamera.

Hinzu kommen 104 Waldbrand-Maskensets, welche die persönliche Schutzausrüstung der Einsatzkräfte ergänzen.

Eine weitere wichtige Komponente sind drei neue Faltbehälter mit jeweils 8.000 Litern Fassungsvermögen. Zusammen mit der bereits vorhandenen Ausstattung stehen den Feuerwehren der Verbandsgemeinde damit künftig insgesamt fünf solcher Behälter zur Verfügung. Insbesondere bei Einsätzen fernab einer leistungsfähigen Wasserversorgung können solche mobilen Wasserreservoirs eine wichtige Rolle spielen.

Ehrenamtliche Planung hinter umfangreicher Beschaffung

Bürgermeister Marvin Kraus nutzte die Übergabe auch, um den Einsatz der Wehrleitung hervorzuheben. Sein besonderer Dank galt dem stellvertretenden Wehrleiter Tobias Schüler, der die umfangreiche Beschaffung ehrenamtlich übernommen und von der Planung bis zur Bereitstellung der Ausrüstung begleitet hatte.

„Was meine Wehrleitung im Ehrenamt alles leistet, geht weit über das normale Maß hinaus“, betonte Kraus.

Auch Tobias Schüler zeigte sich erfreut darüber, dass die ersten Komponenten nun bei den einzelnen Feuerwehren angekommen sind. Die zusätzliche Technik verbessere die flächendeckende Ausstattung und schaffe zugleich die Voraussetzungen dafür, bei größeren Wald- und Vegetationsbränden schnell zusätzliche Spezialkomponenten an die Einsatzstelle bringen zu können.

Bei aller Freude über die neue Ausrüstung bleibt jedoch ein Wunsch: Im besten Fall wird sie möglichst oft bei Übungen und möglichst selten im Ernstfall benötigt.

Weitere Ausrüstung bereits auf den Weg gebracht

Mit der jetzigen Übergabe ist das Investitionsprogramm noch längst nicht abgeschlossen. In den kommenden Monaten soll die Ausstattung durch weitere umfangreiche Beschaffungen ergänzt werden.

Geplant beziehungsweise bereits auf den Weg gebracht sind rund 100 spezielle Waldbrandjacken, zwei vollständig ausgestattete „Rollcontainer Waldbrandbekämpfung“ sowie ein Kommandowagen als Waldbrand-Erkunder.

Damit setzt die Verbandsgemeinde Bad Marienberg auf ein Gesamtkonzept, bei dem persönliche Schutzausrüstung, Löschtechnik, mobile Wasserversorgung, Wärmebildtechnik und weitere Spezialkomponenten ineinandergreifen.

Die Investition von mehr als 240.000 Euro ist damit nicht nur eine Reaktion auf trockene Sommer und eine erhöhte Waldbrandgefahr. Sie ist vor allem eine Investition in die Sicherheit der Bevölkerung und der ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Und sie sorgt dafür, dass die 14 Freiwilligen Feuerwehren der Verbandsgemeinde im Ernstfall auf eine moderne, über das gesamte Verbandsgemeindegebiet verteilte Spezialausstattung zurückgreifen können.

 Text: Tobias Schüler, Stv. Wehrleiter der Verbandsgemeinde Bad Marienberg

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