MarienBad als einzigartiges Bad im Westerwaldkreis
Insgesamt 24 Tagesordnungspunkte hatte die Sitzung des Verbandsgemeinderates am 28. September. Was erstmal nach vielen trockenen Themen klingt, hatte jedoch vor allem die zukunftsfähige Gestaltung der Verbandsgemeinde Bad Marienberg als lebenswerte Heimat im Fokus.
So konnte unter Tagesordnungspunkt 4 Bürgermeister Marvin Kraus Timo Koch als Geschäftsführer der MarienBad GmbH begrüßen, welcher den Jahresabschluss 2025 den Gremienmitgliedern vorstellte. Vorneweg stellte Koch in seinem Bericht fest, dass das MarienBad sich wachsender Beliebtheit erfreue und so im vergangenen Jahr deutlich mehr als 150.000 zahlende Gäste begrüßen durfte. Bei gleichbleibenden Tarifen und Preisen konnte das Bad Erlössteigerungen von mehr als vier Prozent verzeichnen, was auch zu einer deutlichen Reduktion der Verlustzuweisungen im Vergleich zu den Vorjahren bedeutete. Bürgermeister Marvin Kraus machte als Aufsichtsratsvorsitzender der MarienBad GmbH deutlich, dass das MarienBad im Westerwaldkreis mit seinem Thermen-Charakter, den Präventionsangeboten, und dem Sauna-Dorf einen einzigartigen Charakter habe.
Kinder- und Jugendbudget als Richtlinie beschlossen
Zukünftig wird die Verbandsgemeinde Bad Marienberg als freiwillige Leistung ein Kinder- und Jugendbudget in der gesamten Gebietskulisse etablieren, um die Demokratiebildung und die Heimatverbundenheit sowie den Gestaltungswillen des Nachwuchses in der Verbandsgemeinde weiter zu stärken. Ab dem 01.01.2027 tritt die Richtlinie in Kraft, welche mit einem Budget von 5.000 Euro jährlich versehen ist. Formlose Jugendgruppen oder auch Vereine können sich dann auf den Weg machen, Ideen entwickeln und vor allem real umsetzen. Bedingung ist allerdings das Einvernehmen der betreffenden Ortsgemeinde. Die Verbandsgemeindeverwaltung wird mit Beginn des neuen Jahres umfassend über die Voraussetzungen und Antragsmöglichkeiten informieren.
Verbandsgemeinde ist „gelobtes Land“ in Zeiten des Klimawandels und von Hitzewellen
Gleich zweimal Stand das Thema Hitzeschutz auf der Tagesordnung des Rates. Während die SPD-Fraktion die Prüfung von Investitionsmaßnahmen wie bspw. Jalousien und Wasserspender in den Schulen in Trägerschaft der Verbandsgemeinde forderte, sprach sich die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen für eine ganzheitliche Betrachtung des Themas aus.
SPD-Fraktionsvorsitzender Karsten Lucke berichtete davon, dass Lehrkräfte aus der Verbandsgemeinde seine Fraktion kontaktiert hätten und von einer unerträglichen Hitze im Frühsommer berichteten. Deswegen solle die Verbandsgemeinde als Schulträgerin investive Maßnahmen prüfen und dem Rat als Konzept vorlegen. Bürgermeister Marvin Kraus wiederum nutzte die Gelegenheit, um aufzuzeigen, wie weitsichtig seine beiden Vorgänger Andreas Heidrich und Jürgen Schmidt bei dem Thema waren. So gibt es bereits heute flächendeckend Jalousien, Trinkbrunnen wie raumlufttechnische Anlagen. Auch wurden unter beiden Bürgermeistern energetische Sanierungen vorangebracht. Nach Aussagen des Bürgermeisters haben die Schulleitungen keinen akuten Bedarf an Klimageräten oder weiteres geäußert, was aber in den umliegenden Grundschulen auch an den Unterrichtszeiten liege. Lediglich die Schulhöfe und das Gebäude 9 im Schulzentrum hätten Handlungsbedarf, so dass der Rat eine Überweisung in den Bau- und Umweltausschuss vornahm mit dem Ziel, Maßnahmen zur Verschattung der Schulhöfe zu eruieren.
Den Antrag von Bündnis 90 / Die Grünen begründete der Fraktionsvorsitzende Thomas Zadro mit dem Klimawandel und den vielen Hitzetoten in Deutschland in diesem Jahr. Für seine Fraktion sei vor allem die Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger wie der vulnerablen Gruppen von Bedeutung. Der Bürgermeister wiederum verwies auf den starken Unterschied bei dem Thema zwischen den Städten und dem ländlichen Raum. Die Verbandsgemeinde Bad Marienberg bezeichnete Kraus in diesem Zusammenhang als das „gelobte Land“. Als Beispiele führte er neben der resilienten Wasserversorgung aus dem ergiebigen Stollen Alexandria auch das top-sanierte Freibad in Unnau auf, welches als wohnortnahe wie preiswerte Alternative für Familien und junge Menschen diene. Aber auch die Kulturlandschaft, welche von Wäldern und Vegetationsflächen geprägt sei, ließ Kraus nicht unerwähnt: „Wir machen die Tür auf und sind in drei Minuten im Wald, bei uns kühlt es nachts noch ab und die Errichtung von Luftschneißen ist ein städtisches Thema“. Trotzdem begrüße auch er als Bürgermeister den Antrag der Grünen, denn zu informieren und die Menschen zu sensibilisieren sei nie verkehrt. Auch Dr. Kai Müller für die CDU-Fraktion sah das so.
Maßnahmen für die Ortsinnenentwicklung auf den Weg gebracht
Auch bei der zukünftigen Siedlungsentwicklung setzte der Verbandsgemeinderat ein deutliches Zeichen. Im Rahmen der 8. Änderung des Flächennutzungsplans der Verbandsgemeinde nahm das Gremium mehr als 22 Hektar bislang für mögliche Neubaugebiete vorgesehene Flächen für das weitere Verfahren zurück, um die landesplanerischen Zielvorgaben zu erreichen. Damit werde, so Bürgermeister Marvin Kraus, nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft geleistet, sondern zugleich die weitere Entwicklung der bestehenden Ortskerne stärker in den Mittelpunkt gerückt.
Für Kraus bedeute eine zukunftsfähige Entwicklung der Verbandsgemeinde dabei nicht, grundsätzlich auf neue Baugebiete zu verzichten. Auch künftig brauche es an geeigneten Stellen Neubaugebiete „mit Maß und Mitte“, um insbesondere jungen Familien Perspektiven in den Ortsgemeinden bieten zu können. Gleichzeitig müsse der Schwerpunkt jedoch stärker auf der Vitalisierung der bestehenden Ortskerne liegen. Leerstände zu vermeiden, vorhandene Bausubstanz wieder einer Nutzung zuzuführen und gewachsene Dorfstrukturen zu erhalten, seien wichtige Bausteine, um die Ortsgemeinden langfristig attraktiv und lebenswert zu halten. Die Entwicklung im Bestand und die behutsame Ausweisung neuer Bauflächen müssten deshalb sinnvoll miteinander verbunden werden.
In eine ähnliche Richtung zielte der Antrag der CDU-Fraktion zum „HeimatScheck“. Unter dieser Dachmarke sollen die zahlreichen bereits vorhandenen Maßnahmen und Fördermöglichkeiten der Verbandsgemeinde gebündelt und für die Bürgerinnen und Bürger sichtbarer gemacht werden. Dabei soll der Blick nicht allein auf bauliche Maßnahmen und die Entwicklung der Ortskerne gerichtet werden. Vielmehr soll auch das bürgerschaftliche Engagement vor Ort weiter gestärkt werden.
Gerade Vereine, Initiativen und ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Dörfer nicht nur Wohnorte, sondern lebendige Gemeinschaften blieben. Deshalb soll insbesondere solches Engagement unterstützt werden, das dem aktiven Zusammenleben vor Ort dient, Menschen zusammenbringt und die Identifikation mit der eigenen Heimat stärkt. Der „HeimatScheck“ soll dabei bestehende Aktivitäten unter einem gemeinsamen Dach zusammenführen und zugleich neue Impulse für die Ortsgemeinden ermöglichen.
LKW-Führerscheine für ehrenamtliche Feuerwehrangehörige sollen kommen
Einstimmig wurde zudem der Antrag der CDU-Fraktion angenommen, LKW-Führerscheine für ehrenamtliche Feuerwehrangehörige zu fördern. Laut dem Fraktionsvorsitzenden Dr. Kai Müller sei es ein Zukunftsthema, sich bereits heute mit der Tagesbereitschaft und der Mobilität der Einsatzmittel in den kommenden Jahren zu beschäftigen. „Mit den Aufgaben der ehrenamtlichen Wehrkräfte wachsen auch die Fahrzeuge“, ist der CDU-Chef überzeugt. Man sehe das, so Müller, vor allem an den Gewichtsklassen der neuen Fahrzeuge, welche häufig schwerer als 7,5 Tonnen sein.
Bürgermeister Marvin Kraus ergänzte, dass heute die Tagesbereitschaft sichergestellt sei und man sich keine Sorgen machen müsse, aber in den kommenden Jahren werden immer mehr aktive Wehrkräfte, welche über die damalige Klasse 2 bei den Führerscheinen verfügen, den aktiven Feuerwehrdienst verlassen, so dass man bereits heute anteilig Führerscheine der Klasse C fördern könne. Der Bürgermeister wurde gemeinsam mit der Wehrleitung beauftragt, eine Richtlinie zu erstellen. Jährlich sollen mindestens drei Feuerwehrangehörige gefördert werden.
-Bericht wird fortgesetzt.-
