Mehr als 50.000 Menschen im Westerwald erhalten täglich hochwertiges Trinkwasser aus dem Stollen Alexandria. Bei seinem Antrittsbesuch bei Bürgermeister Marvin Kraus besichtigte der neue Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Joachim Rodenkirch, die bedeutendste Versorgungsanlage im Westerwaldkreis. Gemeinsam mit Werkleiterin Sabine Schlosser und Wassermeister Arnd Lange erhielt er Einblicke über das weitverzweigte Stollensystem und die umfangreichen Investitionen in eine zukunftssichere Wasserversorgung.
Jährlich werden aus dem ehemaligen Braunkohlebergwerk Alexandria rund 1,3 Millionen Kubikmeter Wasser entnommen. Davon entfallen etwa 700.000 Kubikmeter auf die Verbandsgemeinde Bad Marienberg. Weitere rund 500.000 Kubikmeter versorgen die Verbandsgemeinde Westerburg sowie Teile der Verbandsgemeinden Selters und Wallmerod. Das weitverzweigte Grubensystem bildet damit das Herzstück der größten Trinkwasserversorgung im geografischen Westerwald. Ein vergleichbares Stollensystem gibt es in Rheinland-Pfalz nicht.
Beim Rundgang wurde deutlich, dass die Verbandsgemeindewerke kontinuierlich und zukunftsorientiert in die Versorgungssicherheit investieren. Mit Unterstützung des Werkausschusses und des Verbandsgemeinderates werden seit jeher Investitionen vorangebracht. In diesem Jahr wurden beispielsweise die Netzwerktechnik und die Elektroinstallationen an der Wasseraufbereitung ertüchtigt. Auch das fast 300 Kilometer lange Verbundleitungsnetz wird in enger Zusammenarbeit mit den Ortsgemeinden modernisiert. Mittlerweile sind zudem nahezu alle Hochbehälter in der Verbandsgemeinde Bad Marienberg erneuert und auf einen hochmodernen Stand der Technik gebracht worden.
Werkleiterin Sabine Schlosser und Wassermeister Arnd Lange unterstrichen dabei die besondere Verantwortung der Werke: Wasser sei das wichtigste Lebensmittel. Die Menschen in der Heimat auch künftig über ein krisensicheres und widerstandsfähiges aber vor allem auch bezahlbares Trinkwassersystem zuverlässig zu versorgen, habe deshalb oberste Priorität.
Bürgermeister Marvin Kraus hob darüber hinaus die wirtschaftliche Bedeutung der Ressource hervor. Eine verlässliche Versorgung mit Trinkwasser sei sowohl für die Bevölkerung als auch für die leistungsstarken heimischen Unternehmen unverzichtbar. Die Eigenbetriebe der Verbandsgemeinde stellten das Wasser in ausreichender Menge und zu bezahlbaren Preisen bereit.
Wie Sabine Schlosser ergänzte, sei auch die Energieversorgung ein wesentlicher Faktor, um die Preise für Wasser und Abwasser möglichst stabil zu halten. So werde derzeit werkübergreifend die Machbarkeit geprüft, vor allem Strom selbst zu erzeugen und damit die Betriebskosten weiter zu reduzieren.
Ein wesentliches Thema des Besuchs war die Zukunft des Wasserschutzes in der Verbandsgemeinde. Hintergrund ist die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Koblenz, das die bestehende Wasserschutzverordnung nach einem Normenkontrollantrag der betroffenen Ortsgemeinden für unwirksam erklärt hatte. Für Bürgermeister Kraus steht fest: „Wasserschutz ist wichtig, es braucht aber eine Verordnung, welche die Menschen mitnimmt und die Maß und Mitte hält.“
Rodenkirch zeigte sich beeindruckt von der Anlage an der „Alex“ und dem Engagement der Verantwortlichen. „Die Verbandsgemeindewerke in Bad Marienberg leisten eine tolle Arbeit“, erklärte der SGD-Präsident. Unter dem Leitgedanken „Krisensichere Wasserresilienz ist unbezahlbar“ würdigte er die Bedeutung einer dauerhaft verlässlichen Trinkwasserversorgung und sagte auch für die Zukunft eine enge Zusammenarbeit zwischen der SGD Nord und den Verbandsgemeindewerken zu.

