Seit 76 Jahren steht die Kempf Unternehmensgruppe für hochwertigen und professionellen Fahrzeugbau aus Bad Marienberg. Mit ihren Ursprüngen im Stadtteil Langenbach und seit Anfang der 2000er Jahre am heutigen Standort in der Rudolf-Diesel-Straße hat sich das Unternehmen über Jahrzehnte kontinuierlich zum europäischen Hidden-Champion entwickelt. Heute zählt Kempf mit mehr als 250 krisenrobusten Arbeitsplätzen am Standort zu den größten Arbeitgebern in der Verbandsgemeinde Bad Marienberg und ist weit über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus erfolgreich.
Auch auf den internationalen Märkten hat sich das familiengeführte Unternehmen einen Namen gemacht. Als „Hidden Champion“ aus dem Westerwald vermag Kempf mit seinen Fahrzeuglösungen europaweit zu überzeugen. Doch gerade europäische Regularien stellen das Unternehmen derzeit vor neue Herausforderungen und könnten sich erheblich auf die Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Fahrzeugbaus auswirken.
Nachdem Geschäftsführer Daniel Dressler Bürgermeister Marvin Kraus auf die aktuelle Situation aufmerksam gemacht hatte, organisierte der Verwaltungschef kurzfristig einen gemeinsamen Betriebsrundgang am Unternehmensstandort in Bad Marienberg. Ziel war es, die Herausforderungen unmittelbar dort zu diskutieren, wo sich europäische Vorgaben auf Produktion, Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit auswirken.
Der Einladung folgten politische Vertreter aller Ebenen: der Westerwälder Europaabgeordnete Ralf Seekatz, der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Verkehrsausschuss Harald Orthey, Landesverkehrsminister Achim Schwickert, der direkt gewählte Landtagsabgeordnete Janick Pape sowie der designierte Landrat Klaus Lütkefedder waren sofort vor Ort.
Mehr als 250 Arbeitsplätze und jahrzehntelange Verbundenheit mit Bad Marienberg
Beim Rundgang durch die Produktionshallen wurde deutlich, mit wie viel Engagement, Fachwissen und Verbundenheit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Fahrzeugen arbeiten. Die Geschäftsführer Daniel Dressler und Manuel Kempf führten gemeinsam mit dem Betriebsratsvorsitzenden Sven-Eric Weinbrenner durch das Unternehmen und gaben den politischen Vertretern einen detaillierten Einblick in die unterschiedlichen Produktionsabläufe.
Dabei wurde auch die besondere Bedeutung des Unternehmens für Bad Marienberg und die gesamte Region sichtbar. Über Jahrzehnte hinweg ist Kempf kontinuierlich gewachsen und bietet heute mehr als 250 Menschen einen krisenrobusten Arbeitsplatz. Hinter dieser Zahl stehen qualifizierte Fachkräfte, Familien und eine Belegschaft, die eng mit dem Unternehmen und dem Westerwald verbunden ist.
„Unternehmen wie Kempf zeigen eindrucksvoll, welche industrielle Kompetenz in unserer Region steckt. Hier entstehen mit großem Fachwissen und viel Engagement hochwertige Fahrzeuge, die europaweit gefragt sind. Umso wichtiger ist es, dass politische Entscheidungen die Wettbewerbsfähigkeit solcher Unternehmen im Blick behalten und industrielle Wertschöpfung in Deutschland und Europa weiterhin ermöglichen“, waren sich der Europaabgeordnete Ralf Seekatz wie Landesverkehrsminister Achim Schwickert einig.
VECTO-Verordnung stellt Fahrzeugbauer vor Herausforderungen
Im Mittelpunkt des Austauschs stand insbesondere die geplante VECTO-Regulierung. Daniel Dressler und Manuel Kempf erläuterten anhand konkreter Beispiele aus der betrieblichen Praxis, welche Auswirkungen die vorgesehenen europäischen Vorgaben auf den Fahrzeugbau haben können und warum diese für spezialisierte Hersteller wie Kempf mit erheblichen Herausforderungen verbunden sind.
Dabei machten die Geschäftsführer deutlich, dass Klimaschutz und die Transformation des Verkehrssektors auch für den Fahrzeugbau wichtige Zukunftsthemen sind. Gleichzeitig müssten regulatorische Anforderungen praxistauglich ausgestaltet werden und die Besonderheiten mittelständischer Hersteller sowie spezialisierter Fahrzeuglösungen angemessen berücksichtigen. Andernfalls drohten zusätzliche Belastungen, die insbesondere europäische Hersteller im internationalen Wettbewerb schwächen könnten.
Der gemeinsame Rundgang bot deshalb die Gelegenheit, die Auswirkungen politischer Entscheidungen nicht nur abstrakt zu diskutieren, sondern unmittelbar entlang der Produktionsprozesse zu betrachten. Die Vertreter aus Europa, Bund, Land und kommunaler Ebene konnten sich vor Ort ein Bild davon machen, welche Konsequenzen regulatorische Veränderungen für einen erfolgreichen mittelständischen Fahrzeugbauer haben können.
Gemeinsames Signal für einen starken Wirtschaftsstandort
Für Bürgermeister Marvin Kraus war der gemeinsame Termin deshalb ein wichtiges Signal: „Wenn unsere heimischen Unternehmen rufen, dann sind wir da. Mehr als 250 Arbeitsplätze, jahrzehntelange unternehmerische Entwicklung und eine europaweit erfolgreiche Produktion sind keine Selbstverständlichkeit. Unser gemeinsames Interesse muss es sein, gute Rahmenbedingungen für diese Wertschöpfung in unserer Heimat zu erhalten.“
Auch der direkte Austausch zwischen Geschäftsführung, Betriebsrat und den politischen Vertretern machte deutlich, wie wichtig der Dialog zwischen Wirtschaft und Politik bei der Ausgestaltung künftiger Regelungen ist. Gerade mittelständische Unternehmen benötigen verlässliche Rahmenbedingungen, die Klimaschutzziele und technologische Weiterentwicklung mit wirtschaftlicher Realität und internationaler Wettbewerbsfähigkeit verbinden.

